„Inkompetent“ und „faul“…sowas hat man nicht alle Tage!

Der Tag fing so gut an:

Jede Menge freundliche Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung, die ihre Mängel angezeigt haben. Auch gab es einige, die nachgefragt haben, was aus dem Auftrag vom Vortag (u. a. war wieder ein tropfender Wasserhahn mit dabei) nun geworden ist. Allerdings gaben sich diese Mieter auch mit meiner Antwort zufrieden, dass dies kein Notfall ist und man sich noch bei ihnen melden wird.

Der Tag wäre soooo schön geworden, wenn…

Ja, wenn da nicht einige Mieter der Meinung gewesen wären, mich mit „Komplimenten“ überhäufen zu müssen.

Mieterin A meldete sich und sagte, dass sie vor drei Tagen ein defektes Thermostatventil (das sind die Dinger oben an der Heizung, die man drehen kann) am Heizkörper gemeldet hat. Man hätte ihr am Montag gesagt, dass es bis zu 14 Tage dauern könnte, bis der Mangel behoben wird.

Mieterin: „Jetzt heizt das Ding, ohne dass ich es will und schließlich bin ich ja diejenige, die im Anschluss die Kosten tragen muss.“

Ich versuchte ihr zu erklären, dass die Sanierungsarbeiten an ihrem Wohnhaus gerade abgeschlossen wurden und jede Sanierungsfirma eine Garantie auf die eingebauten Geräte zu geben hat (Gewährleistung). Sofern während eines bestimmten Zeitraums Mängel auftreten, hat die Sanierungsfirma dafür zu haften und dass der Pfusch durch die Firmen im Sinne der Mieter nicht zu Lasten der Wohnungsbaugesellschaft gehen kann (letztendlich müssten in solch einem Fall die Mieter indirekt über die Miete die Kosten tragen).

Hat sie nicht verstanden:

„Wofür bekommen Sie eigentlich Ihr Geld? Wenn Sie (sie sprach mich direkt an) schon nichts machen, kann ich ja gleich mein Geld zum Fenster raus werfen!“
„Frau A., die Kollegin hat den Vorgang bereits weitergegeben und wie Ihnen Ihre Kundenbetreuerin bereits erklärt hat, können diese Gewährleistungsansprüche etwas dauern. Sie können gern mit Ihrer Kundenbetr…“
„Ach hören Sie mir doch damit auf! Die macht doch auch nichts!“ (wenn die Mieterin wüsste!) „Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede! Früher war ich auch mal arbeiten. Da hat man nicht einfach so das Geld in den Allerwertesten gebl…“
„Frau A., ich habe Ihnen bereits alles erklärt. Und ich denke nicht, dass ich hier 40 Stunden pro Woche sitze, um nichts zu tun. Da kann ich auch gleich zu Hause bleiben. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!“ *klick*

Nach zwei, drei netten Telefonaten kam Mieterin B:

„Sprech ich da mit Herrn XYZ?“
„Nein, Sie sind hier in der Zentrale und mein Name ist… Sie wollten zu Herrn XYZ? Welche Nummer haben Sie denn gewählt?“
„Ich habe jetzt unter drei verschiedenen Nummern versucht irgendjemanden zu erreichen und niemand geht ran.“
„Welche Nummern haben sie denn gewählt?“
Mieterin nannte mir die (Festnetz-) Durchwahlen.
„Frau B., auf den Festnetznummern erreichen Sie um diese Zeit niemanden. Sie müssen Ihren Hausmeister auf dem Handy anrufen. Der ist…“
„Ich habe den immer unter dieser Nummer erreicht…auch tagsüber!“
„Dennoch sind alle Hausmeister jetzt in den Objekten unterwegs und nur auf Handy erreichbar.“
„Da habe ich doch angerufen.“
„Die Nummern, die Sie gerade gewählt haben, das sind Festnetz…“
„Ich merke schon…Sie sind nicht kompetent. Ich versuch’s nochmal.“

Das war heute mein absoluter Höhepunkt in meiner Service-Center-„Karriere“ 🙂

2 Gedanken zu „„Inkompetent“ und „faul“…sowas hat man nicht alle Tage!

  1. Wie werden die Heitzkosten welche bei der Mieterin nun durch den defekten Termostat verursacht werden ermittelt?

    Haben Sie der Mieterin die Information wie diese Mehrkosten ermittelt werden ebenfalls mitgeteilt?
    Die Verärgerung der Mieterin ist vollends verständlich!

    • Hallo Rainer,
      als Mitarbeiter der Telefonzentrale/des Notdienstes der Hausverwaltung bin ich nicht befugt, der Mieterin solche Auskünfte zu erteilen. Dazu muss sie sich direkt an ihren Kundenbetreuer wenden.

      Sicherlich kann ich den Unmut der Mieterin nachvollziehen – ich selbst würde mich auch darüber ärgern. Dennoch sollte man auf seinen Umgangston achten und nicht Personen beleidigen, die dafür am Wenigsten können (zumal besagte Mieterin wusste, an wen sie sich wenden muss, damit das geklärt wird).

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