Herrscht nachts in der City bald Totenstille?

Immer mehr Leute zieht es nach Berlin. Während die Alt-Berliner mehr und mehr in die Außenbezirke verdrängt werden, weil sie sich die hohen Mieten nicht mehr leisten können, fallen die Neu-Berliner über die Innenstadt her. Äußerst beliebt sind die Altbezirke Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain – wo man übrigens kaum noch eine Wohnung findet, die weniger als 10,- Euro Warmmiete pro Quadratmeter kostet.

Vor 20 Jahren bezogen die Personen, die etwas von sich hielten, Stadtvillen in den verschiedensten Ortsteilen der Außenbezirke (z. B. Grunewald und Niederschönhausen). Man hatte zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Ruhe und erreichte auch ohne Auto sehr schnell die Innenstadt. Heute hätte man gern dieses „Landleben“ mitten in der Stadt, weswegen es immer wieder Klagen wegen Ruhestörung gegen Club-Betreiber gab und immer noch gibt.

So mussten in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Discotheken schließen, weil sie die von den Gerichten auferlegten Lärmschutzbestimmungen aus finanziellen Gründen nicht hätten erfüllen können. Bei den Klägern handelte es sich fast nur um Zugezogene. In mehreren Fällen wurde auch direkt neben den Clubs ein Neubau errichtet.

Bei sowas stellen sich mir mehrere Fragen:

1. Haben die Leute keine Augen im Kopf, um bei einer Besichtigung zu sehen, was sich in ihrem womöglich neuen Wohnumfeld für „Läden“ befinden?
2. Wie kann man von einer Innenstadt erwarten, dass dort nachts Totenstille herrscht?

Berlin war bisher immer bekannt für sein Nachtleben. Wenn das so weiter geht, dann wird man bald einen Ort der Ruhe mitten in der Stadt vorfinden, wo man selbst das „Aufschlagen“ einer Feder auf den Erdboden hören kann. Selbstverständlich wird dann auch wieder geklagt.

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