Gute Hausverwaltung, schlechte Hausverwaltung…

Immer wieder höre ich bei mir auf Arbeit Sätze wie „Die Mieter wissen gar nicht, wie gut sie es haben.“ oder „Ich wäre froh, wenn meine Hausverwaltung/Wohnungsbaugesellschaft sowas noch anbieten würde.“. Damit haben die Kolleginnen (die Herren halten sich mit ihren Äußerungen gern zurück) gar nicht mal so unrecht.

Tagtäglich befinden wir Servicecenter-Mitarbeiter uns in einem Wechselbad der Gefühle und springen von einer Hausverwaltung zur anderen (kommt ganz auf die Anrufe an). Während in einem Gespräch sich ein Mieter bei Hausverwaltung A* über einen undichten Waschmaschinenanschluss beklagt und man dort sofort den Hausmeisternotdienst hinschicken kann, erreicht man bei Hausverwaltung B* nie den Kundenbetreuer – selbst während der regulären Sprechzeiten nicht.

Auf Rückrufwünsche der Mieter, welche durch uns angelegt werden, wird natürlich auch nicht reagiert. Diese werden bei Hausverwaltung B* einfach nur mit dem Kommentar „erledigt“ (mit einem „erledigt“ interpretiere ich eigentlich, dass der Rückruf erfolgt ist) geschlossen. Auf Nachfrage beim Mieter – nachdem dieser erneut anruft und eskaliert – ob der Kundenbetreuer denn nicht zurückgerufen hätte, bekommt man nur ein „Bei mir hat sich niemand gemeldet!“ zurückgebrüllt. Ja, liebe Hausverwaltung B*, genau so verschafft man sich einen bleibenden Eindruck beim Mieter. Meine KollegInnen und ich sind uns einig: Niemals Hausverwaltung B*

Auf Grund meiner vorherigen Blogeinträge hat man mir noch die eine oder andere Sache geschildert. Hierbei ging es um eine Wohnungsbaugesellschaft, die ähnlich gestrickt ist, wie Hausverwaltung B* (Kundenbetreuer < "Gruppenleiter" < Geschäftsführung/Vorstand). Eine alte Dame rief bei der Hausverwaltung an und beklagte sich, dass die Heizung so laut rauscht, dass man nachts keinen Schlaf findet. Als Antwort bekam sie nur ein "Dann müssen Sie sie abstellen. Dann rauscht sie auch nicht mehr.". Der Mangel wurde während der regulären Geschäftszeiten (zwischen 8 und 17 Uhr) gemeldet - und passiert ist wochenlang nichts. Wäre es der einzige Anruf dieser Dame gewesen, könnte man meinen, dass ihr Gegenüber einen schlechten Tag gehabt hat. Sie rief aber mehrfach an und bekam jedes Mal von mehreren Mitarbeitern patzige Antworten. So schlief die alte Dame im Wohnzimmer auf der Couch - über Wochen. Irgendwann stand der Wechsel der Wasseruhren bevor: Nach dem Wechsel der Wasseruhren fiel ihr auf, dass die Möbel aufquollen. Sie schaute genauer nach und stellte fest, dass ein Absperrventil undicht war. So rief sie sofort die Hausverwaltung an und schilderte den Vorfall. Nachdem das Fräulein von der Hausverwaltung meinte, dass man das ja merken müsste, wenn es irgendwo tropft und sie für den Schaden nicht aufkommen werden. Auf die Einwände - die Wasseruhr befindet sich an einer Stelle, an die sie auf Grund ihres Alters nicht mehr täglich nachsehen könnte - wurde gar nicht eingegangen - wieso auch? Mit den alten Leuten kann man es ja machen! Denkste! Sie hat ihren Sohn zu Hilfe gerufen und er hat sich bis zum Vorstand durchgekämpft...und innerhalb weniger Stunden meldete sich dann auch jemand bei der Dame, welcher sich darum kümmerte, die Beseitigung der Mängel voran zu treiben. Die alte Dame, von der ich hier rede, ist meine Oma und ihr Sohn - wie sollte es auch anders sein - mein Vater. Nur was machen die Leute, die keine Angehörigen mehr haben? Da lobe ich mir die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Die privaten Hausverwaltungen sind meistens eine Qual (meine ausgenommen). Hinter diesen stecken meist nur Investoren, die jede Menge Kohle sehen wollen. Das Wort "Heuschrecken" für die Investoren besteht nicht ohne Grund: Alles abfressen/aussaugen, bis es nichts mehr gibt...und dann gehts weiter zur nächsten "grünen" Wiese.

Kommentar verfassen