Böses böses Hartz IV!

Gestern lief im Fernsehen ein Beitrag über eine senderinterne Studie zu Hartz IV. Man wollte herausfinden, wie sinnvoll Hartz IV ist und so wurden die Leistungsempfänger über einen gewissen Zeitraum beobachtet.

So wurde ein Herr gezeigt, der seit mehr als einem Jahrzehnt Bezüge vom Staat erhält und sich darüber beschwert, dass er nur ca. 170,- Euro zum Leben hat. Natürlich wurden von diesem Betrag schon 50,- Euro wegen zuviel gezahlter Leistungen abgezogen. Ausbildung und Studium hat er abgebrochen. Seitdem zahlt für ihn der Staat.

Ein anderer Fall betrifft eine 2-fache Mutter, die schon über 170 Bewerbung geschrieben haben will. Sich dann aber noch im Fernsehen dahingehend äußern, dass die Arbeitszeit nicht passt etc…das grenzt schon an Dreistigkeit. Die Frau ist heute 33 und bezieht „seit 13, fast 14 Jahren“ Sozialhilfe/Hartz IV. Natürlich wurde die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen auch abgebrochen und dann kamen auf einmal die beiden Kinder dazwischen. „Madame“ weiß so gesehen gar nicht, was es bedeutet arbeiten zu gehen.

Diese beiden Fälle sprechen doch für sich: Wer sich vor ein Millionenpublikum hinsetzt und behauptet, es gäbe für unter 40-jährige keine Arbeit, dem ist nicht mehr zu helfen. Allerdings sollten diese Personen auch keine Hilfe mehr vom Staat erwarten dürfen. Mir tun im letztgenannten Fall der zweifachen Mutter die Kinder leid, die es von ihr nicht anders vorgelebt bekommen.

Auch wurde über Personen berichtet, die auf Grund ihres Alters oder wegen ihrer Überqualifikation vom Jobcenter keine Arbeitsstelle angeboten bekommen. Natürlich gibt es Regionen in Deutschland, wo man in der näheren Umgebung einfach keine Arbeit findet. Als alleinstehende Person sollte man sich dann aber überlegen, ob man nicht umziehen sollte. Und als Familie – sofern beide von Hartz IV betroffen sind – sollte man sich die gleichen Gedanken machen. Was bringt es, wenn man Jahrzehnte in einem Nest lebt und den eigenen Kindern auf Grund der wirtschaftlichen Misere nichts bieten kann?

Bei mir auf Arbeit gibt es Kolleginnen, die eigentlich schon ihr Rentnerdasein genießen könnten. Stattdessen gehen sie weiter arbeiten. Daran sollte sich so mancher Jungspund in diesem Staat mal ein Beispiel nehmen.

Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie diejenigen gekotzt haben, die 40 Stunden/Woche arbeiten gehen und auf Grund des niedrigen Lohnniveaus auf ergänzende Leistungen des Staates angewiesen sind, um wenigstens das rauszuhaben, was einem Hartz-IV-Empfänger zusteht. Auf der anderen Seite genießen diese Personen jedoch die Erfüllung, für etwas gebraucht zu werden und einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen.

Übrigens: Vor 8 Jahren war ich auch für ein halbes Jahr vom Sozialamt abhängig und ich war froh, dass ich dort wieder raus bin. Auch wenn ich jetzt soviel verdienen würde, wie ein Hartz IV-Empfänger…ich würde dennoch weiter arbeiten gehen. Alles andere verbietet mir meine Erziehung.

Wie die Dame im Beitrag richtig sagte: „Wer arbeiten möchte findet auch Arbeit.“

Bevor wir zum Ende kommen: Natürlich wurde im privaten Fernsehen mal wieder maßlos übertrieben. Bewusst hat man sich die Gegensätze rausgesucht. Zwei Personen, die Arbeit gefunden haben und zwei Personen, die seit Ewigkeiten auf Kosten der Steuerzahler leben. Würde es heute Hartz IV nicht geben, dann wäre es das böse Arbeits- und Sozialamt gewesen. An den Sanktionen hat sich nicht wirklich etwas geändert. Es lebe die Dramaturgie!

Anmerkung
Mit diesem Beitrag möchte ich weder alle Hartz-IV-Empfänger über einen Kamm scheren, noch die Dumpinglöhne einiger Unternehmen befürworten. Vielmehr richtet sich dieser Beitrag gegen die unter-35-Jährigen, welche noch nie in ihrem Leben arbeiten waren und der Meinung sind, man findet keinen Job. Übrigens kann die Politik auch nichts mehr gegen Dumpinglöhne ausrichten. Das Sagen hat heutzutage die Wirtschaft!

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