Kein Anschluss unter dieser Nummer

Unerwünschte Werbeanrufe kennt jeder. Allerdings habe ich in den letzten Wochen eine Beobachtung gemacht, wo ich aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen bin.

Am 26. März 2009 beschloss der Deutsche Bundestag, dass bei Werbeanrufen vorab die ausdrückliche Zustimmung des Angerufenen eingeholt werden muss. Darüber hinaus ist immer die Rufnummer zu übertragen, so dass der jeweilige Anbieter auch wieder zurückgerufen/zurückverfolgt werden kann. Diese Änderung trat am 04. August 2009 in Kraft.

Schön, dass es dieses Gesetz gibt. Schön ist auch, dass sich alle Anbieter daran halten. Allerdings nicht so, wie es sich der Gesetzgeber vorgestellt hat.

Am Tag bekomme ich unzählige Anrufe auf eine meiner Nummern, welche bis vor ca. 2 Jahren noch im Impressum meiner Seite stand. Seitdem ploppt ständig das kleine Fenster der Fritzbox-Software auf, welches mich darauf hinweist, dass ein neuer Anruf auf eine Nummer eingeht, die auf keines unserer beiden Telefone geschaltet ist. Nachdem ich das öfters (während meiner Anwesenheit vor dem PC) festgestellt habe, schaute ich in die „Anrufe in Abwesenheit“-Liste der Fritzbox.

Meine Anrufe in Abwesenheit. Das internationale Marketing lässt grüßen.

Unschwer zu erkennen: Das Anrufverhalten ist immer gleich. Versucht man jede dieser Nummern zurückzurufen, erhält man folgende Ansage: „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“

Wenn man jetzt noch weiter recherchiert, erfährt man, dass hinter diesen unzähligen Telefonnummern aus den verschiedendsten Vorwahlbereichen immer ein und das selbe „Unternehmen“ steckt: Callcenter mit ausländischem Akzent gratulieren zum Gewinn in Höhe X. In einigen Fällen müsse etwas käuflich erworben werden, damit der Betrag ausgezahlt werden kann (in diesen Fällen war sogar die Bankverbindung bekannt). In anderen Fällen fragte man nach der Bankverbindung, damit der Gewinn überwiesen werden kann.

Mit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes wollte man diesen unseriösen Callcentern einen Riegel vorschieben. Allerdings hat es nichts weiter gebracht als eine weitere Datenflut für den Verbraucher. Das Sperren einer Leipziger Telefonnummer bringt nichts, wenn morgen ein unerwünschter Anruf aus Berlin und übermorgen aus Dortmund erfolgt. Diese äußerst „seriösen“ Callcenter haben eh jeden Tag eine andere Rufnummer – die Technik machts möglich.

Wer tagtäglich von solchen Anrufen genervt wird, dem empfehle ich nur, schnellstmöglich die Rufnummer zu wechseln und diese nirgendwo (im Internet) anzugeben. Man weiß nie, was mit diesen Daten passiert.

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