Ein typischer Donnerstag in der Telefonzentrale

Als ich im August 2012 bei meinem jetzigen Arbeitgeber angefangen habe, warnten mich die Kollegen schon vor’m sogenannten „Kloppi-Donnerstag“. Bis dato war ich es gewohnt, dass jeden Tag irgendwelche Verrückten anrufen, die nicht so richtig wussten, was sie eigentlich wollten. Allerdings hielt sich das die Waage mit denen, die zivilisiert durch’s Leben gehen und auch auch die höflichen Umgangsformen beherrschen.

Anfangs wollte ich das nicht so richtig glauben. Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen und von Woche zu Woche muss ich mehr an die Warnung meiner Kollegen denken.

Es ist wirklich ein Phänomen: Am Donnerstag greifen die meisten Irren zum Telefon und rufen ihre Hausverwaltung an. Entweder wissen sie nicht, was sie wollen oder sie geben einem das Gefühl, dass man Chinesisch rückwärts spricht:

„Geben Sie mir doch mal bitte Ihre Mietvertragsnummer.“
„Die habe ich nicht.“
„Dann bitte Ihren Namen sowie Ihre Adresse.“
„0178…“
„Ich wollte nicht Ihre Handynummer haben, sondern Ihre Adresse.“

Ich glaube, das hatten wir hier schonmal…aber solche Dinge häufen sich an einem Donnerstag enorm. Natürlich gibts dann auch Mieter, die sich über völlig belangloses Zeug beschweren.

So gab es eine Meldung, dass schon einer Woche ein Nachbar seine Mülltüten vor die Tür gestellt hat.

„[…] Wahrscheinlich sind die in den Urlaub gefahren und haben einfach nur vergessen den Müll mit runter zu nehmen. Schicken Sie doch mal jemanden vorbei der sich das anguckt.“ (übrigens nach „Ich weiß ja, Sie können ja nichts dafür“ mein Lieblingsspruch schlechthin).

„Wenn sich jemand zwei volle Mülltüten anguckt, dann hat er bestimmt seine Freude und brauch sein Leben lang keinen Urlaub mehr.“ dachte ich mir und hab eine Meldung an den Hausmeister fertig gemacht.

Einige Leute sind einfach zu verwöhnt. Wenn mich etwas über einen längeren Zeitraum stört (wie z. B. oben genanntes Beispiel), dann pack ich selbst an, bring das Zeug weg, geb‘ der Hausverwaltung bescheid und teile den Namen des Verursachers/Nachbarn mit (dazu war die Dame nämlich auch nicht in der Lage).

Aber am allerliebsten sind mir die „Affen“ unter den Mietern:

„Ich will Frau Schmidt sprechen!“
„Sie sind Herr…?“
„Das tut hier nichts zur Sache! Verbinden Sie mich mit Frau Schmidt“
„Frau Schmidt würde schon gern wissen, mit wem sie es zu tun hat. Und vor allem worum es geht.“
„Egal…verbinden Sie mich jetzt. Sie haben ja eh von nichts ’ne Ahnung!“

Nach solch einem Kompliment verbinde ich Mr. X doch sehr gerne…also erstmal in die Warteschleife gedrückt, gedanklich ’nen Kaffee geholt (trinke ich sehr selten) und natürlich habe ich nicht versucht ihn zu verbinden. 😉

„Frau Schmidt ist momentan leider nicht am Platz. Darf ich ihr irgendwas ausrichten?“
„Sie soll mich zurückrufen!“ Nach diesen Worten war nur das Geräusch des Auflegens zu hören.

Auf den Rückruf wartet er noch heute. Leider war der „freundliche“ Herr nicht in der Lage seine Rufnummer mitzusenden. So ein Mist aber auch! 🙂

Die vergangenen elf Monate haben mir gezeigt, dass ich doch mehr auf meine Kollegen hören sollte. Schließlich sind sie schon viel viel länger dabei und kennen die Routine, die sich Woche für Woche einstellt.

Die Hausverwaltung – dein Freund und Helfer!

Es ist schon erstaunlich, was Mieter alles von ihrer Hausverwaltung erwarten.

So wird von der modernen Hausverwaltung erwartet, dass diese bei Prügeleien sofort einschreitet:

„Schicken Sie mal jemanden vorbei!“
„Und was soll unser Hausmeisternotdienst machen? Sich mitprügeln? Rufen Sie bitte die Polizei.“
„Das sehe ich nicht ein – schließlich ist das Ihre Aufgabe!“

Achso? Da schein‘ ich irgendwann nicht aufgepasst zu haben.

Die Hausverwaltung hat im Notdienst sofort und unverzüglich zu handeln. Während woanders Wohnungen durch Wasserrohrbrüche oder unachtsame Mieter absaufen wird natürlich erwartet, dass man alles stehen und liegen lässt, nur damit der Mieter um 20.00 Uhr – pünktlich zur Tagesschau – seine Ruhe hat:

„Jeden Abend spielt der lautstark seine Musik ab. Zwar höre ich nur die Bässe aber das nervt extrem.“
„Haben Sie denn schonmal mit Ihrem Nachbarn gesprochen?“
„Nö, ich dachte, dafür sind Sie da. Schließlich zahle ich einen Haufen Miete.“
„Wir sind für akute Notfälle da…“ – ich hätte an dieser Stelle gern weiter geschrieben. Aber in solchen Fällen fallen einem diese Art von Mietern sofort ins Wort.
„FÜR MICH IST DAS EIN NOTFALL!!“
„Wenn Sie sich maßgeblich in Ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen, setzen Sie sich bitte mit der Polizei in Verbindung.“
„Das seh‘ ich nicht ein! […]“
 

Den Rest erspare ich euch. Und es geht noch weiter…ein anderer Fall:

„Bei mir wurde eingebrochen.“
„Haben Sie schon die Polizei verständigt?“
„Nein, ich dachte, Sie schicken erstmal jemanden vorbei, der sich das anschaut.“

Dachte dieser Mieter wirklich, dass sich unser Hausmeisternotdienst ein aufgebrochenes Schloss sowie eine durchwühlte Wohnung anguckt?
 

Brandaktuell:

„Es riecht nach Rauch! Schicken Sie sofort jemanden vorbei!“
„Haben Sie schon die Feuerwehr angerufen?“
„Nein, ich dachte, Sie schicken erstmal jemanden vorbei, der sich das anguckt. Außerdem bin ich auch nicht zu Hause sondern auf Arbeit. Meine Frau hat mich angerufen und mir gesagt, dass es verbrannt riecht.“

Natürlich schicken wir erstmal jemanden vorbei, während womöglich das halbe Haus schon in Flammen steht.

Allerdings bestand der Mieter penetrant darauf, dass sich die Hausverwaltung umgehend kümmert. Die Kollegin, die den Anruf erhielt, hat sich dennoch sofort mit dem Hausmeister in Verbindung gesetzt, der dann sofort zu diesem Objekt gesprintet ist. Es stellte sich heraus, dass…nix war.
 

Jeder sollte eigentlich wissen, dass es nicht die Hausverwaltung ist, die mit einem Löschfahrzeug vor das eigene Wohnhaus vorfährt. Auch sollte bekannt sein, dass nur die Polizei nach einem Einbruch Spuren sichern und gegen aktuell auftretender Ruhestörung (nach 22 Uhr) vorgehen kann. So jedoch nicht einige unserer Mieter.

Wenn mal wieder die Frage im Raum steht, was man verbessern kann, so wird „Nachhilfe für Mieter in vermeintlich (lebens-) gefährlichen Situationen“ definitiv als erstes von mir genannt.

In diesem Sinne…euch ein schönes Wochenende 🙂

„Warum funktioniert denn die Heizung nicht mehr?“

Diese Frage wird mir auf Arbeit mittlerweile desöfteren gestellt.

Sicherlich war der Monat Mai nicht DER Wonnemonat, wie er so oft dargestellt wird: Viel zu nass, zu sonnenscheinarm, aber – trotz des teilweise sehr kühlen Temperaturverlaufs – durchschnittlich warm/kalt.

Mittlerweile haben wir den 2. Juni 2013 und es kommt immer noch die Frage auf, weshalb die Heizungen nicht mehr funktionieren. Auf die Frage, welche Temperatur denn in der Wohnung gerade gegeben ist, werden die Mieter sehr einfallsreich: Von 12-16 Grad ist alles dabei (womöglich verfügen die Mieter über einen Internetanschluss und haben gegoogelt). Wenn man darauf hinweist, dass in den vergangenen Tagen die Tiefsttemperaturen die 12-Grad-Grenze nicht unterschritten haben (nach drei Nächten in Folge werden die Heizungsanlagen wieder eingeschaltet) bekommt man entweder ein „Woher wollen Sie denn das wissen?!?!“ oder ein Geräusch zu hören, was dem Auflegen des Hörers gleich kommt.

Nun könnte man sich fragen, was einige Leute mit ihrer Wohnung anstellen. Lassen sie den ganzen Tag den Kühlschrank offen?

An kühlen Tagen ist bewusstes Lüften das A und O für ein Auskommen ohne Heizung in den Sommermonaten. Anstatt an solchen Tagen den ganzen Tag das Fenster sperrangelweit offen zu lassen wird Stoßlüftung empfohlen. Sobald es draußen wieder wärmer wird, können auch länger Balkontür und Fenster offen bleiben.

Das schont das Portemonaie, die Umwelt sowie meine Kollegen und mich – letztendlich sind wir die erste Anlaufstelle, wo man sich dann wieder über die hohe Nebenkostenabrechnung auslässt.

Übrigens: Ich hab die Heizkörper seit Mitte April aus und habe hier kuschelige 18-20 Grad in der Wohnung – und das, obwohl in einigen Räumen das Fenster Tag und Nacht offen ist.