Herrscht nachts in der City bald Totenstille?

Immer mehr Leute zieht es nach Berlin. Während die Alt-Berliner mehr und mehr in die Außenbezirke verdrängt werden, weil sie sich die hohen Mieten nicht mehr leisten können, fallen die Neu-Berliner über die Innenstadt her. Äußerst beliebt sind die Altbezirke Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain – wo man übrigens kaum noch eine Wohnung findet, die weniger als 10,- Euro Warmmiete pro Quadratmeter kostet.

Vor 20 Jahren bezogen die Personen, die etwas von sich hielten, Stadtvillen in den verschiedensten Ortsteilen der Außenbezirke (z. B. Grunewald und Niederschönhausen). Man hatte zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Ruhe und erreichte auch ohne Auto sehr schnell die Innenstadt. Heute hätte man gern dieses „Landleben“ mitten in der Stadt, weswegen es immer wieder Klagen wegen Ruhestörung gegen Club-Betreiber gab und immer noch gibt.

So mussten in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Discotheken schließen, weil sie die von den Gerichten auferlegten Lärmschutzbestimmungen aus finanziellen Gründen nicht hätten erfüllen können. Bei den Klägern handelte es sich fast nur um Zugezogene. In mehreren Fällen wurde auch direkt neben den Clubs ein Neubau errichtet.

Bei sowas stellen sich mir mehrere Fragen:

1. Haben die Leute keine Augen im Kopf, um bei einer Besichtigung zu sehen, was sich in ihrem womöglich neuen Wohnumfeld für „Läden“ befinden?
2. Wie kann man von einer Innenstadt erwarten, dass dort nachts Totenstille herrscht?

Berlin war bisher immer bekannt für sein Nachtleben. Wenn das so weiter geht, dann wird man bald einen Ort der Ruhe mitten in der Stadt vorfinden, wo man selbst das „Aufschlagen“ einer Feder auf den Erdboden hören kann. Selbstverständlich wird dann auch wieder geklagt.

Gruseliges aus dem Callcenter

Als Außenstehender könnte man meinen, dass Callcenter gleich Callcenter ist. Dem ist aber nicht so. Als Mitarbeiter im Service-Center der Telekom erlebt man ganz andere Geschichten als wenn man beispielsweise für Sky arbeitet. Allerdings hat man es hier nur mit Tarifberatung, Rechnungsklärung und Sperren zu tun (sofern man nicht im technischen Support sitzt).

Ganz anders ist es hingegen, wenn man für eine Hausverwaltung arbeitet. Hier ist man mitten im wirklichen Leben. Wenn ich an die Anrufe der Mieter bzw. Berichte durch meine Kollegen zurückdenke, wird mir immer noch ganz anders.

Beim ersten Anruf dieser Art (hoffentlich bleibt das vorerst auch mein letzter), schrie mich die Mieterin an und fragte, wann denn endlich die Reinigungsfirma in ihre Wohnung kommt. Meine ersten Gedankengänge waren „Was soll das denn??? Tickt die noch ganz richtig?!“. Noch bevor ich sie nach ihrer Anschrift fragen konnte, um nach dem Auftrag zu sehen, erzählte sie mir, dass sich jemand in ihrer Wohnung umgebracht hat. Alles sei blutverschmiert und sie würde es nicht länger in dieser Wohnung aushalten, um auf die Firma zu warten. Nachdem ich mich durch sämtliche Stellen telefoniert hatte (vom Hausmeister über die Polizei bis hin zur Reinigungsfirma), überließ ich dann meinem Kollegen den Rückruf. Letztendlich habe ich dafür über eine Stunde gebraucht und war zum Schluss auch mit den Nerven am Ende.

Nachdem mich dieses Thema noch tagelang beschäftigte (man macht sich ja doch so seine Gedanken nach solch einem Vorkommnis) beschloss ich, im Internet nach Pressemeldungen der Polizei zu suchen und wurde fündig. Demnach handelte es sich um einen Bekannten der Anruferin, welcher sich versucht hat, das Leben zu nehmen.

Übrigens: Die Reinigungsfirma konnte die Wohnung deshalb nicht säubern, weil diese noch durch die Polizei gesperrt war. Versucht das mal jemandem klar zu machen, der noch unter Schock steht.

Ein anderer Fall lässt mich nun bei seltsamen Geräuschen aufhorchen: So meldete sich bei einer Kollegin ein Mieter, der einen Einbruchsversuch melden wollte. Seine Frau hatte gerade das Haus verlassen, um Brötchen zu holen. Der Mann machte sich daran, den Frühstückstisch zu decken und hörte merkwürdige Geräusche an der Wohnungstür. Er dachte, dass dies seine Frau wäre, die etwas vergessen hat und das Schlüsselloch nicht findet. Als ihm das nach 1-2 Minuten komisch vorkam schaute er durch den Spion und sah, wie sich jemand am Schloss zu schaffen machte. Nachdem der Mieter auf sich aufmerksam machte, rannte der Täter die Treppen runter. Fassen wird man ihn wahrscheinlich nie.

Das erinnert mich an einen Vorfall in meiner Kindheit: Während unser damaliger Nachbar im Wohnzimmer saß und Ferseh guckte, stieg jemand durch das Speisekammer-Fenster (ca. 30-40 cm breit) ein, trat in den Käsekuchen und bediente sich am Schmuck unserer Nachbarin. Die Wohnung wurde durch die Wohnungstür wieder verlassen. Irgendwann erhielt unser Nachbar die Meldung, dass nicht weiter nach dem Täter gefahndet wird, denn das einzige, was man hätte, wäre ein Fußabdruck. Das ist jetzt ca. 20 Jahre her.

Im Gegensatz zu dem, was mich und meine Kollegen tagtäglich erreicht (Sonntagmorgen, 6.30 Uhr: „Muss ich jetzt hier selbst Schnee schieben oder wann kommt mal jemand vorbei!?!?“ – nach Erklärung = Eskalation; „Wieso sind die Mülltonnen noch nicht geleert?!?!? Sonst waren die ja auch schon um 9 Uhr da!!!“ – nach Erklärung = Eskalation), ist das schon harter Tobak. Ich hoffe, dass dies wirklich nur Einzelfälle bleiben und sich in Zukunft nicht häuft.

P.S.: Im erst genannten Fall habe ich bewusst auf weitere Details verzichtet, um so einen möglichen Wiedererkennungswert zu vermeiden.

Fällt der Frühling aus?

Wer heute Morgen im Osten und Norden Deutschlands aus dem Fenster schaute, traute seinen Augen kaum. Schnee, Schnee und nochmal Schnee – und das an einem 19. März! Hinzu kommen noch die Temperaturen, die in diesem Jahr bisher nur an vier Tagen jenseits der 10-Grad-Marke lagen (sagt mir meine Wetterstation! :)).

Bei diesen Daten könnte man meinen, dass es nicht normal wäre: So viel Schnee kurz vorm kalendarischen Frühlingsanfang, Temperaturen die kein bisschen an Frühling erinnern und so gut wie keine Sonne. Man kann dazu nur sagen: Wir Deutschen sind in den 90er und 00er Jahren zu sehr verwöhnt worden: Ich erinnere mich an Jahre, wo es im Februar schon frühlingshaft mild war (Temperaturen um 14 Grad). Auch der März hat sich in den zwei Jahrzehnten nicht lumpen lassen. Allerdings ist den seriösen Meteorologen nach ein Wintereinbruch im März keine Seltenheit.

Wer meint, dass wir bei Temperaturen um 2 Grad am Ende der unteren Fahnenstange angekommen sind, der irrt. Während wir vor einem Jahr 17-20 Grad in der Region Berlin-Brandenburg hatten, geht es in den kommenden Tagen noch weiter bergab: So werden am kommenden Wochenenende Höchstwerte von -3 Grad erwartet. In der Sonne wird einem dies nicht so vorkommen, da sie mittlerweile recht kräftig scheint. Allerdings empfindet unser Körper die aktuellen Temperaturen – im Vergleich zu den tiefsten Werten des vergangenen Winters – als wesentlich kälter, da dieser schon den Schalter auf „Frühling“ umgelegt und sich somit schon auf wesentlich höhere Temperaturen eingestellt hat.

Nach derzeitigem Stand sieht es so aus, als würde es bis zum Ende des Monats so weitergehen wie bisher – wenn auch mit leicht ansteigenden Temperaturen.

Irgendwann wird sich die Großwetterlage jedoch umstellen. Wir werden dann wahrscheinlich vom Winter in den Frühsommer „katapultiert“ und schon bei 25 Grad anfangen so zu schwitzen, wie im Sommer bei 37 Grad. Aber mit etwas Glück hat die Natur Erbarmen mit uns, lässt den Frühling doch nicht ausfallen und führt uns sanft in einen wundervollen Sommer.

Warten wir es ab 🙂

Gute Hausverwaltung, schlechte Hausverwaltung…

Immer wieder höre ich bei mir auf Arbeit Sätze wie „Die Mieter wissen gar nicht, wie gut sie es haben.“ oder „Ich wäre froh, wenn meine Hausverwaltung/Wohnungsbaugesellschaft sowas noch anbieten würde.“. Damit haben die Kolleginnen (die Herren halten sich mit ihren Äußerungen gern zurück) gar nicht mal so unrecht.

Tagtäglich befinden wir Servicecenter-Mitarbeiter uns in einem Wechselbad der Gefühle und springen von einer Hausverwaltung zur anderen (kommt ganz auf die Anrufe an). Während in einem Gespräch sich ein Mieter bei Hausverwaltung A* über einen undichten Waschmaschinenanschluss beklagt und man dort sofort den Hausmeisternotdienst hinschicken kann, erreicht man bei Hausverwaltung B* nie den Kundenbetreuer – selbst während der regulären Sprechzeiten nicht.

Auf Rückrufwünsche der Mieter, welche durch uns angelegt werden, wird natürlich auch nicht reagiert. Diese werden bei Hausverwaltung B* einfach nur mit dem Kommentar „erledigt“ (mit einem „erledigt“ interpretiere ich eigentlich, dass der Rückruf erfolgt ist) geschlossen. Auf Nachfrage beim Mieter – nachdem dieser erneut anruft und eskaliert – ob der Kundenbetreuer denn nicht zurückgerufen hätte, bekommt man nur ein „Bei mir hat sich niemand gemeldet!“ zurückgebrüllt. Ja, liebe Hausverwaltung B*, genau so verschafft man sich einen bleibenden Eindruck beim Mieter. Meine KollegInnen und ich sind uns einig: Niemals Hausverwaltung B*

Auf Grund meiner vorherigen Blogeinträge hat man mir noch die eine oder andere Sache geschildert. Hierbei ging es um eine Wohnungsbaugesellschaft, die ähnlich gestrickt ist, wie Hausverwaltung B* (Kundenbetreuer < "Gruppenleiter" < Geschäftsführung/Vorstand). Eine alte Dame rief bei der Hausverwaltung an und beklagte sich, dass die Heizung so laut rauscht, dass man nachts keinen Schlaf findet. Als Antwort bekam sie nur ein "Dann müssen Sie sie abstellen. Dann rauscht sie auch nicht mehr.". Der Mangel wurde während der regulären Geschäftszeiten (zwischen 8 und 17 Uhr) gemeldet - und passiert ist wochenlang nichts. Wäre es der einzige Anruf dieser Dame gewesen, könnte man meinen, dass ihr Gegenüber einen schlechten Tag gehabt hat. Sie rief aber mehrfach an und bekam jedes Mal von mehreren Mitarbeitern patzige Antworten. So schlief die alte Dame im Wohnzimmer auf der Couch - über Wochen. Irgendwann stand der Wechsel der Wasseruhren bevor: Nach dem Wechsel der Wasseruhren fiel ihr auf, dass die Möbel aufquollen. Sie schaute genauer nach und stellte fest, dass ein Absperrventil undicht war. So rief sie sofort die Hausverwaltung an und schilderte den Vorfall. Nachdem das Fräulein von der Hausverwaltung meinte, dass man das ja merken müsste, wenn es irgendwo tropft und sie für den Schaden nicht aufkommen werden. Auf die Einwände - die Wasseruhr befindet sich an einer Stelle, an die sie auf Grund ihres Alters nicht mehr täglich nachsehen könnte - wurde gar nicht eingegangen - wieso auch? Mit den alten Leuten kann man es ja machen! Denkste! Sie hat ihren Sohn zu Hilfe gerufen und er hat sich bis zum Vorstand durchgekämpft...und innerhalb weniger Stunden meldete sich dann auch jemand bei der Dame, welcher sich darum kümmerte, die Beseitigung der Mängel voran zu treiben. Die alte Dame, von der ich hier rede, ist meine Oma und ihr Sohn - wie sollte es auch anders sein - mein Vater. Nur was machen die Leute, die keine Angehörigen mehr haben? Da lobe ich mir die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Die privaten Hausverwaltungen sind meistens eine Qual (meine ausgenommen). Hinter diesen stecken meist nur Investoren, die jede Menge Kohle sehen wollen. Das Wort "Heuschrecken" für die Investoren besteht nicht ohne Grund: Alles abfressen/aussaugen, bis es nichts mehr gibt...und dann gehts weiter zur nächsten "grünen" Wiese.

Warum der weiße Rauch eigentlich schwarz sein sollte…

Der neue Papst ist gewählt. Während sich die römisch-katholischen Anhänger (1,2 Mrd weltweit) über ein neues Kirchenoberhaupt freuen, fragt sich die schwul-lesbische „Gemeinschaft“, in welchem Jahrhundert die Kirche hängen geblieben ist.

Wie kann man eine Person wählen, die sich gegen die Gleichstellung aller Menschen dieser Erde einsetzt und gegen die Abtreibung (hier ist das Ergebnis eines sexuellen Übergriffs gemeint) ist. Auch ist diese Person gegen die Verwendung von Kondomen. Kurzum: Man ist gegen alles, was die heutige Gesellschaft bunt erscheinen lässt – die sexuellen Übergriffe meine ich damit natürlich nicht.

Die Kirche klagt, dass immer mehr aus dieser austreten. Gedanken hat man sich über das „Warum“ anscheinend noch nicht gemacht. Warum auch? Die Glaubensanführer haben ihr Leben ohnehin hinter sich und denen kann es eigentlich egal sein, was nach ihnen kommt. Und mit den Milliarden, die hierzulande in diese Glaubensgemeinschaft gepumpt werden, lässt es sich doch trotzdem noch gut leben, oder?

Zum Glück sind nicht alle Glaubensanhänger der selben Meinung wie der jeweils amtsinhabene Papst (z. B. Homosexualität = unnatürlich/krank). Ansonsten hätten wir womöglich wieder Zustände wie in den 30er/40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

In diesem Sinne: Auf geht’s in eine neue Diskriminierungsrunde. (Warum kann man den Papst eigentlich nicht anzeigen?)

Wen es interessiert: Der neue Papst, Franziskus I., hat seine Wurzeln in Italien, in Deutschland studiert, lebte bis jetzt in Argentinien und heißt mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio.

Pro Schneeflocke = eine Beschwerde…oder wie war das doch gleich?

Sobald die erste Flocke vom Himmel fällt kann man auch davon ausgehen, dass auch schon der erste Mieter in der Leitung hängt, um sich über die nicht weggefegte Schneeflocke zu beschweren. So auch mehrfach am vergangenen Wochenende geschehen.

Die Fahrpläne der BVG sehen ja Sonntagmorgen etwas anders aus als für den Rest der Woche, weswegen ich von meinem üblichen Arbeitsweg etwas abweichen und durch den Stadtteil fahren musste, in dem (arbeitsbedingt) „meine“ Wohnungsbaugesellschaft die meisten Wohneinheiten besitzt (schätzungsweise 20.000). Wie es der Zufall so wollte fing es Samstag Abend in Berlin ordentlich an zu schneien – und es wollte bis Sonntag Mittag auch nicht aufhören. So hielt ich mit meinen müden Augen Ausschau nach den Winterdiensten in dieser Gegend. Schließlich macht man sich ja doch auf dem Weg zur Arbeit Gedanken über das, was einen erwarten könnte.

Kurz vor 8 Uhr auf Arbeit angekommen informierte ich die Kolleginnen sofort darüber, dass im oben erwähnten Stadtteil der Winterdienst unterwegs ist und die Hauptgehwege auch einmal geräumt wurden, allerdings wieder alles zugeschneit ist. Daraufhin erzählte eine Kollegin von ihrem ersten Anruf, wo die Mieterin fragte, ob sie denn selbst den Schnee räumen soll – dieser Anruf erfolgte am Sonntag Morgen kurz nach 6 Uhr, während es noch kräftig schneite.

Ich lag mit meinen Gedanken also gar nicht so falsch: Massenhaft Beschwerden wegen nicht geräumter Gehwege.

So meldeten sich noch zahlreiche Mieter, die sich mit dem Hinweis auf das Berliner Straßenreinigungsgesetz nicht zufrieden geben wollten.

Die letzte Beschwerde ging aus einem Randgebiet von Berlin ein, wo ich darauf hinwies, dass selbst in den starkfrequentierten Gebieten der Stadt der Schnee noch nicht geräumt sei, weil die Winterdienste (egal ob privat oder die städtischen Räumdienste) einfach bei dem Schneefall nicht hinterherkommen. Auch hier wurde wieder auf die Gesetzeslage verwiesen. Als Reaktion erhielt ich nur noch ein „Sie wollen es nicht weitergeben?! Dann werde ich mich über Sie und über die Winterdienstfirma beschweren!“. Mein Gedanke war „Soll sie doch…das Gesetz sieht es etwas anders als sie“. Die Dame mag kaum älter als ich gewesen sein.

Vielleicht sollte ich meine Vermieterin auch mal mit solch belanglosem Zeug nerven. Klar: Ich musste mich Sonntag früh auch erstmal vortasten um zu gucken, wo der Gehweg endet und die Straße anfängt. Ich kann auch die Beschwerden der Mitmenschen nachvollziehen, die auf Gehhilfen angewiesen sind und sich damit im Schnee nicht so fortbewegen können, wie es ohne Schnee der Fall wäre. Allerdings sollte man auch mal den Kopf einschalten und darüber nachdenken, weswegen die Wege nicht überall bei starkem Schneefall gleichzeitig geräumt sein können.

Die Hausverwaltungen versuchen die Kosten für die Mieter so gering wie möglich zu halten. Die Winterdienstfirmen geben auch ihr bestes, denn sie wollen die großen Aufträge auch nicht verlieren. Wenn man die Berliner Gesetzgebung übererfüllen will – hier müsste hinter jeder Ecke ein Schneeräumfahrzeug stehen, müsste man als Mieter allerdings ordentlich draufzahlen. Aber auch hier würde es wieder ordentlich Kritik hageln.

Anstatt sich bei seiner Hausverwaltung zu beschweren sollte man dies beim Senat machen. Allerdings muss man dann auch wieder höhere Mieten wegen geänderter Gesetze in Kauf nehmen. Wer Komfort haben möchte sollte auch dafür zahlen.

„Ich weiß ja, Sie können nichts dafür, aaaaber…“

Meinereiner ist ja in der glücklichen Lage, auch am Wochenende arbeiten zu dürfen. Samstag und Sonntag sind die beiden Tage, an denen man sich zwischen den Anrufen auch mal mit den lieben Kollegen über die Anrufer unterhalten kann. Es ist erstaunlich, was dort alles zu Tage kommt. Aber lest selbst…

Frau S. meldete sich heute bei mir und fragte mit sehr kräftiger Stimme nach der Telefonnummer des Hausmeisters…sie könne seit Tagen nicht mehr ruhig schlafen. Ich erklärte ihr, dass ihr Hausmeister am Wochenende nicht erreichbar sei, sie ihn aber am Montag wieder sprechen könne. Noch bevor ich Frau S. nach dem Grund ihres Anrufes fragen konnte schallte mir ein „Geben Sie mir die Nummer vom Hausmeister!!!“ entgegen. Der kleine böse Mann auf meiner rechten Schulter flüsterte mir ins Ohr, dass man auf dieses Gebrüll ganz gelassen und entspannt reagieren sollte und so sagte ich mit ruhiger Stimme „Sie brauchen mich nicht anschreien, ich verstehe Sie auch so ganz gut.“ Der kleine „Schultermann“ wollte sie wahrscheinlich so zur Weißglut bringen. Sein Vorschlag war hervorragend, denn ich hörte nur noch ein durch leichtes Knacken in der Telefonleitung durchsetztes „ICH SCHREIE NICHT!!!“.

Ich sagte meinen Kolleginnen, dass die Dame wahrscheinlich gleich wieder anrufen wird – obwohl ich die Mieterin darauf hinwies, dass am Wochenende nur der Notdienst erreichbar ist. Ein paar Minuten später kam sie dann auch bei meiner Kollegin raus (Glaskugel sei Dank). Was mich jedoch verwunderte war, dass es aus dem Haus kurz nach dem Wutanfall von Frau S. keine Beschwerden wegen massiver Lärmbelästigung gab.

Ein anderer Fall: „Guten Tag, mein Name ist A., bin ich da bei Unternehmen XY?“ Natürlich war sie das, schließlich habe ich vor der Nennung meines Namens den des Unternehmens genannt. „Ja, Sie sind hier im Notdienst des Unternehmens XY.“. Frau A.: „Ah, das ist gut. Eigentlich ist es ja auch so eine Art Notfall! …“ – man kann sich vorstellen, wo meine Gedanken wieder kreisten (tropfende Wasserhähne, kalte Heizkörper in der Küche etc.). Doch es kam anders: „… Wir suchen eine Wohnung.“ NEIN! Bitte nicht auch das noch! Ich hatte ja mit vielem gerechnet…aber damit? Ich bat Frau A. sich am nächsten Werktag ab 9 Uhr nochmal zu melden.

Kinder..hmm…Kinder…was war doch gleich nochmal mit den Kindern. Ach ja! Dass die ständig vorgeschoben werden wegen irgendwelcher Nichtigkeiten wisst ihr ja schon. Auch was Notfälle sind, haben wir in den vergangenen Wochen gelernt. Allerdings nicht Frau B. (nein, nicht die Chefin!), die in den letzten Wochen gekonnt meine Blogeinträge ignoriert hat (wird Zeit, dass dieser weiter verbreitet werden):

„Unser Wasserhahn tropft so stark, dass wir das Wasser über den Absperrhahn ganz abdrehen mussten.“ – Na? Wer hat aufgepasst? Notfall oder kein Notfall? 🙂
„Wo befindet sich denn der Wasserhahn? Badewanne, Küchenspüle oder Handwaschbecken?“
„Handwaschbecken! Aber jetzt am Wochenende wird das bestimmt nichts mehr, oder?“. Hat sie meinen Blog doch gelesen? Verwirrung machte sich breit.
„Richtig. Ich mach einen Auftrag fertig für die Firma. Diese wird sich dann nächste Woche bei Ihnen melden.“ Die folgenden Worte von Frau B. verwirrten mich umso mehr:
„Wie? Heute kommt niemand mehr? Ich habe drei Kinder zu Hause blablabla…“.

Und da waren sie schon wieder…es gibt Vorwände, die man irgendwann nicht mehr hören kann…und dazu gehören definitiv die Kinder dazu – unabhängig davon, dass Kinder, die sich im Alter derer von Frau B. befinden, ohnehin nie die Hände nach jedem Toilettengang waschen. Nachdem ich dann auch mit meinem Standardspruch (…es besteht keine Gefahr für Leib und Leben.“) kam war nur noch ein „so ein Saftladen“ zu hören. Frau B. wird sich noch umgucken, wenn sie in 10 Jahren erstmal blättern muss, welche Firma zu beauftragen ist. Viele Leute wissen einfach nicht, wie gut sie es haben.

Um euch nicht zu überfordern, soll es das erstmal gewesen sein. Es wird fleißig weiter gesammelt und veröffentlicht 🙂

Eine Bitte habe ich noch: Tut euren Ansprechpartnern in der Hotline den Gefallen und fangt die Sätze nicht mit „Ich weiß ja, Sie können nichts dafür, aaaaaber…“ an. Auch sollte man sich erst recht nicht nach diesem Satzanfang auskotzen, wie scheiße doch alles ist und man schon x-mal angerufen hat. Das interessiert euren Gesprächspartner nicht. Ihm geht es nur um Fakten, Fakten, Fakten… In einem kleinen Nebensatz darf gern die Anzahl der bisherigen Anrufe erwähnt werden…aber bitte bitte nicht 10 Minuten darauf rumreiten. Die Service-Mitarbeiter werden es euch danken und euer Anliegen schnellstmöglich an die entsprechende Abteilung weiterleiten 🙂

Böses böses Hartz IV!

Gestern lief im Fernsehen ein Beitrag über eine senderinterne Studie zu Hartz IV. Man wollte herausfinden, wie sinnvoll Hartz IV ist und so wurden die Leistungsempfänger über einen gewissen Zeitraum beobachtet.

So wurde ein Herr gezeigt, der seit mehr als einem Jahrzehnt Bezüge vom Staat erhält und sich darüber beschwert, dass er nur ca. 170,- Euro zum Leben hat. Natürlich wurden von diesem Betrag schon 50,- Euro wegen zuviel gezahlter Leistungen abgezogen. Ausbildung und Studium hat er abgebrochen. Seitdem zahlt für ihn der Staat.

Ein anderer Fall betrifft eine 2-fache Mutter, die schon über 170 Bewerbung geschrieben haben will. Sich dann aber noch im Fernsehen dahingehend äußern, dass die Arbeitszeit nicht passt etc…das grenzt schon an Dreistigkeit. Die Frau ist heute 33 und bezieht „seit 13, fast 14 Jahren“ Sozialhilfe/Hartz IV. Natürlich wurde die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen auch abgebrochen und dann kamen auf einmal die beiden Kinder dazwischen. „Madame“ weiß so gesehen gar nicht, was es bedeutet arbeiten zu gehen.

Diese beiden Fälle sprechen doch für sich: Wer sich vor ein Millionenpublikum hinsetzt und behauptet, es gäbe für unter 40-jährige keine Arbeit, dem ist nicht mehr zu helfen. Allerdings sollten diese Personen auch keine Hilfe mehr vom Staat erwarten dürfen. Mir tun im letztgenannten Fall der zweifachen Mutter die Kinder leid, die es von ihr nicht anders vorgelebt bekommen.

Auch wurde über Personen berichtet, die auf Grund ihres Alters oder wegen ihrer Überqualifikation vom Jobcenter keine Arbeitsstelle angeboten bekommen. Natürlich gibt es Regionen in Deutschland, wo man in der näheren Umgebung einfach keine Arbeit findet. Als alleinstehende Person sollte man sich dann aber überlegen, ob man nicht umziehen sollte. Und als Familie – sofern beide von Hartz IV betroffen sind – sollte man sich die gleichen Gedanken machen. Was bringt es, wenn man Jahrzehnte in einem Nest lebt und den eigenen Kindern auf Grund der wirtschaftlichen Misere nichts bieten kann?

Bei mir auf Arbeit gibt es Kolleginnen, die eigentlich schon ihr Rentnerdasein genießen könnten. Stattdessen gehen sie weiter arbeiten. Daran sollte sich so mancher Jungspund in diesem Staat mal ein Beispiel nehmen.

Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie diejenigen gekotzt haben, die 40 Stunden/Woche arbeiten gehen und auf Grund des niedrigen Lohnniveaus auf ergänzende Leistungen des Staates angewiesen sind, um wenigstens das rauszuhaben, was einem Hartz-IV-Empfänger zusteht. Auf der anderen Seite genießen diese Personen jedoch die Erfüllung, für etwas gebraucht zu werden und einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen.

Übrigens: Vor 8 Jahren war ich auch für ein halbes Jahr vom Sozialamt abhängig und ich war froh, dass ich dort wieder raus bin. Auch wenn ich jetzt soviel verdienen würde, wie ein Hartz IV-Empfänger…ich würde dennoch weiter arbeiten gehen. Alles andere verbietet mir meine Erziehung.

Wie die Dame im Beitrag richtig sagte: „Wer arbeiten möchte findet auch Arbeit.“

Bevor wir zum Ende kommen: Natürlich wurde im privaten Fernsehen mal wieder maßlos übertrieben. Bewusst hat man sich die Gegensätze rausgesucht. Zwei Personen, die Arbeit gefunden haben und zwei Personen, die seit Ewigkeiten auf Kosten der Steuerzahler leben. Würde es heute Hartz IV nicht geben, dann wäre es das böse Arbeits- und Sozialamt gewesen. An den Sanktionen hat sich nicht wirklich etwas geändert. Es lebe die Dramaturgie!

Anmerkung
Mit diesem Beitrag möchte ich weder alle Hartz-IV-Empfänger über einen Kamm scheren, noch die Dumpinglöhne einiger Unternehmen befürworten. Vielmehr richtet sich dieser Beitrag gegen die unter-35-Jährigen, welche noch nie in ihrem Leben arbeiten waren und der Meinung sind, man findet keinen Job. Übrigens kann die Politik auch nichts mehr gegen Dumpinglöhne ausrichten. Das Sagen hat heutzutage die Wirtschaft!

Reden wir doch mal übers Wett…Klima

Ein trüber, (gefühlt) kalter Winter liegt hinter uns. Nach den letzten Tagen könnte man meinen, dass es nun mit Volldampf in den Frühling geht. Denkste! Derzeit sieht es ganz danach aus, als wolle sich nochmal übers Wochenende eine Schneedecke über die Straßen Berlins legen. Man sollte sich eben nicht zu früh freuen.

Der vergangene Winter war übrigens von den Temperaturen her eher durchschnittlich, sehr sonnenscheinarm und zu niederschlagsreich. Da ist es verständlich, dass sich jeder von uns endlich nach dem Frühling sehnt. In Bussen und Bahnen hört man ja, dass der April und Mai besonders schön und vor allem warm werden sollen. Aha! Na wer hat denn da wieder die Glaskugel gezückt? Das kann doch wieder nur von seriösen Tageszeitungen kommen. Sicher ist, dass nichts sicher ist, denn die Meteorologen kommen schon bei einer Wettervorhersage von 3 Tage + X arg ins Schleudern.

Der Winter 2012/2013 war in Deutschland im Durchschnitt 0,1 Kelvin zu warm. Auf die entsprechenden Titelseiten der Tageszeitungen mit den großen Lettern bezüglich des Klimawandels wartete man jedoch vergebens. Warum? Man neigt doch sonst zu maßlosen Übertreibungen!

Klimatischer Fakt ist: Es würde jetzt auch ohne den Eingriff des Menschen wärmer werden. Die Aussagen, die man ständig überall hört/liest, der Mensch sei allein an der Klimaerwärmung und somit am Abschmelzen der Polkappen schuld, ist Müll. Im Laufe der Erdgeschichte waren Nord- und Südpol schon des Öfteren eisfrei. Auch war es – global gesehen – schon wesentlich wärmer, als es heute ist.

Es ist auch Fakt, dass das Individuum Mensch den natürlichen Verlauf der Klimaerwärmung durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe beschleunigt, so dass sich die Natur nicht schnell genug anpassen kann.

Allerdings hätte man schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts damit beginnen müssen, nach alternativen Energiequellen zu suchen. Die Beschleunigung der Erderwärmung wird man nun nicht mehr aufhalten können (auch dann nicht, wenn jeder Bürger 10.000,- Euro Ökosteuer im Jahr zahlen müsste, liebe Politiker!). Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, weswegen man nun sofort auf erneuerbare Energien umsteigen muss. Wir haben doch eine klimaneutrale Möglichkeit Strom zu erzeugen! Aber das wird Thema eines anderen Blogeintrags.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Unerwünschte Werbeanrufe kennt jeder. Allerdings habe ich in den letzten Wochen eine Beobachtung gemacht, wo ich aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen bin.

Am 26. März 2009 beschloss der Deutsche Bundestag, dass bei Werbeanrufen vorab die ausdrückliche Zustimmung des Angerufenen eingeholt werden muss. Darüber hinaus ist immer die Rufnummer zu übertragen, so dass der jeweilige Anbieter auch wieder zurückgerufen/zurückverfolgt werden kann. Diese Änderung trat am 04. August 2009 in Kraft.

Schön, dass es dieses Gesetz gibt. Schön ist auch, dass sich alle Anbieter daran halten. Allerdings nicht so, wie es sich der Gesetzgeber vorgestellt hat.

Am Tag bekomme ich unzählige Anrufe auf eine meiner Nummern, welche bis vor ca. 2 Jahren noch im Impressum meiner Seite stand. Seitdem ploppt ständig das kleine Fenster der Fritzbox-Software auf, welches mich darauf hinweist, dass ein neuer Anruf auf eine Nummer eingeht, die auf keines unserer beiden Telefone geschaltet ist. Nachdem ich das öfters (während meiner Anwesenheit vor dem PC) festgestellt habe, schaute ich in die „Anrufe in Abwesenheit“-Liste der Fritzbox.

Meine Anrufe in Abwesenheit. Das internationale Marketing lässt grüßen.

Unschwer zu erkennen: Das Anrufverhalten ist immer gleich. Versucht man jede dieser Nummern zurückzurufen, erhält man folgende Ansage: „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“

Wenn man jetzt noch weiter recherchiert, erfährt man, dass hinter diesen unzähligen Telefonnummern aus den verschiedendsten Vorwahlbereichen immer ein und das selbe „Unternehmen“ steckt: Callcenter mit ausländischem Akzent gratulieren zum Gewinn in Höhe X. In einigen Fällen müsse etwas käuflich erworben werden, damit der Betrag ausgezahlt werden kann (in diesen Fällen war sogar die Bankverbindung bekannt). In anderen Fällen fragte man nach der Bankverbindung, damit der Gewinn überwiesen werden kann.

Mit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes wollte man diesen unseriösen Callcentern einen Riegel vorschieben. Allerdings hat es nichts weiter gebracht als eine weitere Datenflut für den Verbraucher. Das Sperren einer Leipziger Telefonnummer bringt nichts, wenn morgen ein unerwünschter Anruf aus Berlin und übermorgen aus Dortmund erfolgt. Diese äußerst „seriösen“ Callcenter haben eh jeden Tag eine andere Rufnummer – die Technik machts möglich.

Wer tagtäglich von solchen Anrufen genervt wird, dem empfehle ich nur, schnellstmöglich die Rufnummer zu wechseln und diese nirgendwo (im Internet) anzugeben. Man weiß nie, was mit diesen Daten passiert.